Um die Ecke gedacht
Frischer Wind in Uster, die neue Skyline zeichnet das klare Bekenntnis zur Wohn- und Geschäftsstadt. Direkt vis-à-vis vom Bahnhof entfaltet ein Solitär seine kraftvolle Wirkung. Je nach Sicht erscheint er als Front oder Turm:
Die Ecke zur geplanten Fussgängermeile ist mit einem skulpturalen Übereckeingang und Attikaakzent bedacht (letzterer auch als Reminiszenz an den Vorgängerbau). Überhaupt stärkt das Haus den Stadtorganismus. Zum einen, weil es ein schönes Entrée abgibt. Zum anderen, weil der eingerückte Sockel einen geschützten Ort einräumt, der die Grenze zum öffentlichen Raum aufweicht. Und schliesslich gewinnt Usters Kern auch noch eine Piazzetta zwischen Neubau und benachbarter Bibliothek.
Das neue Haus am Platz spricht mit seiner dynamischen Rundung auf Augenhöhe die Einladung aus, das Geschäftslokal ruhig zu betreten. Darüber liegen die Wohnetagen mit je vier Einheiten und – natürlich! – Eck-Loggien. Ihre innere Geografie offeriert verschiedene Stimmungen und Blickbezüge. Das Attikageschoss ist je hälftig von einer Wohnung besetzt. Herzstück ist eine spektakuläre, ganz an den vorderen Rand des Gebäudes geschobene Wohnhalle. Gekleidet ist alles in städtische An-gemessenheit: Über dem elegant gerillten Betonsockel alternieren – getrennt von einem kräftigen Gurt – markante Fenstergewände mit konkaven Keramiken.