Angesichts des Verdichtungsgebots der Stunde sind nachhaltige Entwurfslösungen gefragt; diesmal für ein unbebautes Grundstück am Hang und Siedlungsrand, inmitten eines beschaulichen Wohnquartiers. Anstelle eines sperrigen Solitärs fiel der Entscheid bewusst auf zwei Cluster mit je vier Reihenhäusern. Sie bilden eine innere Gasse und acht eigene «Adressen» aus. Zwischen Individualität und Gemeinschaft oszillierend, fügt sich die kleinteilige Anlage bestens in die Nachbarschaft. Vor allem aber schöpfen die Häuser aus der Topografie atmosphärischen Reichtum. Wie auf Perlenschnüren reihen sich die Funktionen entlang des Hangs auf und machen sie in der Tiefenstaffelung erlebbar.
Das Spiel beginnt schon vor der Türe: Von der Gasse aus tritt man über Stufen hinunter in einen Vorhof zum abgesetzten Empfangsraum. Er dient als unbeheizter Pförtner und zur Ablage. Begleitet von einer Küchenzeile, gelangt man ins Herzstück des Hauses: einen Küchen- und Essbereich mit doppelstöckigem Luftraum. Hoch und schmal, fällt das Licht von oben ein. Rechterhand führt eine skulpturale Treppe in die weiteren Etagen. Frontal lockt ein abgesenkter, lichter Wohnraum, der sich in einen Wintergarten mit Überhöhe erweitert. Unbeheizt, vermittelt dieser zur Pergola als szenischem Finale.
Kurzum: Zwischen Nord- und Südpol erstreckt sich eine Enfilade verschiedenster Eindrücke; eng – weit, hoch – niedrig, hell – dunkel, kühl – warm. Dabei tritt der Raum mit verschiedenen Materialien in Resonanz. Innen prägen Anhydrit, Beton und Holzeinbauten das Ambiente. Aussen ruhen Klinkerfassaden im Wechsel von glasiert und matt auf einem Betonsockel. Auf der Südseite zur Strasse fügen sich die Pergolen zur visuellen Klammer, was die Einheit verstärkt. Auf der Nordseite machen alternierende Eingänge die Individualität der Häuser gewahr. Im Osten schmiegt sich ein Gewächshaus in den Hang: Halb Garten, halb Salon, birgt es einen ganzjährig nutzbaren, identitätsstiftenden Treffpunkt im neuen Mikrokosmos. (mc)