Vom Zauber des Entdeckens 

Bei unseren letzten Baustellenbesuchen erschien uns die zukünftige Schule (Lycée Français de Zurich) als eigentümliche Traumwelt; darin inkorporiert, pittoreske Fabelwesen. Unter den Füssen knirschten Sand und Dreck, wir tauchten ein in das Reich des Verborgenen und Mystischen:

In den Katakomben unseres Unterbewussten treffen wir auf Medusenteile in schillerndem Gewand, die vor den Wirrungen des Lebens (und Planens) zurückweichen. Wir ziehen vorbei an schwarzen Löchern, die den Blick ins Endzeitalter vernebeln. Leuchtschlangen weisen den Weg nach oben, wo Dämmnymphen ihr reinigendes Bad nehmen. Für einen Moment verschwimmen die Dimensionen.

Weiter unten kämpfen Versammlungen von Platt- und Elementarwesen gegen den Horror Vacui. Mit dem richtigen Zauberspruch werden sie dereinst die Stürze der Erdtrolle abfedern und dem Organismus reine Luft einschenken. Röhrenkraken hängen als kichernde Deckengeister herab. Sie flüstern uns entgegen, wie sich das energetische Portal bald schon aktivieren lässt.

In Staubschichten gerammte Chimären zeigen sich als Schicksalsgenossen, die in Kürze getrennte Wege gehen. Anderswo stehen Metallfaune in Reih und Glied. Auf ihrer Flöte spielen sie das Lied des Wachstums. Zuunterst im Labyrinth auf verstepptem Terrain, hütet ein Wasserdrache den Regenschatz. Eine aufrichtige Kühle steigt in uns hoch und die Gewissheit, dass (fast) alles im Kosmos seinen Platz hat. (mc)

 

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